Ausbau der L419: Gericht hebt Landesplanungen auf

Notizen   22.10.2024 | 07.03 Uhr

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Die L419 (Parkstraße) im Bereich der Ronsdorfer Anlagen. | Foto: Marcus Müller

Da ist er, der für die Ronsdor­fer Klä­ger lang erwar­te­te Erfolg – was sich bereits seit eini­gen Wochen ange­deu­tet hat­te, wur­de am gest­ri­gen Mon­tag, 21. Okto­ber 2024, auch offi­zi­ell ver­mel­det: Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter ent­schied mit Urteil vom 9. Okto­ber 2024 (Akten­zei­chen: 11 D 40/24.AK), dass der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf für den Aus­bau der Lan­des­stra­ße 419 in rechts­wid­rig ist und daher auf­zu­he­ben sei.

Die Bezirks­re­gie­rung will die Park­stra­ße vier­spu­rig als Lan­des­stra­ße aus­bau­en. Der ange­foch­te­ne Plan­fest­stel­lungs­be­schluss umfasst den ers­ten Bau­ab­schnitt, mit dem der Aus­bau der bestehen­den L419 als „auto­bahn­ähn­li­che Stra­ße“ erfol­gen soll. Im zwei­ten Bau­ab­schnitt wird dann der Aus­bau bis zur Auto­bahn 1 ein­schließ­lich des Umbaus der An­schlussstelle Wup­per­tal-Ronsdorf zur Dop­pel­an­schluss­stel­le vor­ge­se­hen. Die gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss für den ers­ten Bau­ab­schnitt gerich­te­te Kla­ge einer nach dem Umwelt-Rechts­be­helfs­­ge­setz aner­kann­ten Ver­ei­ni­gung und einer vom Plan betrof­fe­nen Grundstücks­eigentümerin hat­te beim erst­in­stanz­lich zustän­di­gen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter nun Erfolg – wie bereits vor eini­gen Wochen abzu­se­hen war.

Der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss sei schon man­gels Zustän­dig­keit des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len rechts­widrig, begrün­de­te der 11. Senat sei­ne Ent­schei­dung. Die Zustän­dig­keit folg­te nicht aus dem Lan­des­stra­ßen­recht, da das Vor­ha­ben als Bundes­straße und nicht als Landes­straße ein­zu­stu­fen sei. Nach dem Planfest­stellungsbeschluss soll die L419 aus­drücklich nach ihrem Aus­bau dem weit­räu­mi­gen Ver­kehr als Teil der soge­nann­ten Süd­um­ge­hung zwi­schen den Auto­bah­nen 1 und 46 im Sin­ne des Bun­des­fern­stra­ßen­ge­set­zes die­nen. Zudem kom­me es auf den erstreb­ten End­zu­stand der Gesamt­pla­nung und nicht iso­liert auf ein­zel­ne Bauab­schnitte an, heißt es in der Urteilsbegründung. 

Daher ste­he der Ein­stufung als Bun­des­stra­ße nicht ent­ge­gen, dass das Vor­ha­ben erst mit dem zwei­ten Bau­ab­schnitt an die A1 ange­schlos­sen wer­den soll. Der Aus­bau der L419 ist aber sei­tens der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf ausdrück­lich als Lan­des­stra­ße auf der Grund­la­ge des Lan­desstraßenrechts geplant wor­den, wes­halb auch eine Zustän­dig­keit des Lan­des im Auf­trag des Bun­des aus­schei­de, so das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt. Unab­hän­gig von der Fra­ge der Zustän­dig­keit sei es ver­fah­rens­feh­ler­haft, eine Bun­des­stra­ße auf der Grund­la­ge des Landesstraßen­rechts zu planen.

Die feh­ler­haf­te Ein­ord­nung als Lan­des­stra­ße habe zur Fol­ge, dass der Planfest­stellungsbeschluss auch aus mate­ri­el­len Grün­den rechts­wid­rig sei, begrün­den die Müns­te­ra­ner Rich­ter ihre Ent­schei­dung. Es feh­le an der erfor­der­li­chen Plan­recht­fer­ti­gung, weil der Bedarf für das Vor­ha­ben nicht nach dem Maß­stab des Bun­des­fern­stra­ßen­rechts gemes­sen wor­den sei. Auch konn­te das Land auf­grund der feh­ler­haf­ten Ein­stu­fung die von einer Bun­des­stra­ße aus­ge­hen­den stär­ke­ren Belastun­gen der betrof­fe­nen Bür­ger in Ronsdorf nicht berücksichtigen.

Die Müns­te­ra­ner Rich­ter lie­ßen eine Revi­si­on gegen das Urteil nicht zu. Da­gegen kann aller­dings eine Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de erho­ben wer­den, über die das Bundesver­waltungs­gericht zu ent­schei­den hat. „Rie­sen Dank an alle betei­lig­ten Mit­strei­ter und vor allem dem Ronsdor­fer Ver­schö­ne­rungs­ver­ein“, freu­te sich die Initia­ti­ve „Men­schen- und Natur­freun­de Schar­pena­cken“ in einer ers­ten Stel­lung­nah­me.

|  RN  
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